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Was die Parteien sagen – und die Wahrheit

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© Alexander Hauk Bayern Nachrichten Pixelio

Die Großzügigkeit der SPD

Februar 22nd, 2009 · 2 Kommentare

Von der SPD und ihrem Einsatz für soziale Gerechtigkeit kann inzwischen jeder Arbeitslosengeldempfänger was erzählen. Wenn die Politiker Probleme nicht lösen können, sind oft andere verantwortlich: die Arbeitslosen für die Arbeitslosigkeit, “bildungsferne” Familien für den Bildungsnotstand usw.

Vor einigen Monaten brüstete die SPD sich damit, wieder etwas für Bildung und soziale Gerechtigkeit getan zu haben. Sie hat angeblich dafür gesorgt, dass die Zuschüsse an die Begabtenförderwerke von “80,5 Millionen Euro in 2005 auf 113,2 Millionen Euro in 2008 erhöht und so das Stipendienangebot deutlich erweitert” wurden. Ich habe bei den Stiftungen nachgefragt, und sie bestätigen es – zumindest die, deren Pressesprecher des Schreibens mächtig sind.

Das katholische Cusanuswerk, das offenbar nicht viel von der SPD hält, antwortete:

Sehr geehrter Herr Nissen,

vielen Dank für Ihre Nachfrage: Die Zuschüsse für die Begabtenförderungswerke wurden vom BMBF erhöht, das bekanntlich von einer CDU-Ministerin geführt wird. Dieser „Geldsegen“ wie Sie sagen, steht allen elf staatlich anerkannten Begabtenförderungswerken offen.

Aha.

Durch die Studienstiftung des deutschen Volkes erfährt man noch, wie vielen es wirklich nutzt:

Sehr geehrter Herr Nissen,

es stimmt, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem Jahr 2005 die Zuwendungen an die Studienstiftung des deutschen Volkes und die zehn weiteren Begabtenförderungswerke aufgestockt hat. Bis 2009 sollen insgesamt 1 Prozent der Studierenden ein Stipendium erhalten.

Was? Ein Prozent? Unglaublich!
Naja, aber dafür haben sich die SPD-nahe Hans-Böckler-Stiftung und die SPD-Stiftung Friedrich-Ebert-Stiftung scheinbar ein paar Extras gegönnt:

Sehr geehrter Herr Nissen,

die Bundesregierung hat in der Tat die Mittel für die Begabtenförderung ausgeweitet. Dadurch haben auch wir die Zahl unserer Stipendien erhöhen können und ein ganz neues Förderangebot ins Leben gerufen, die Böckler-Aktion Bildung.

Sehr geehrter Herr Nissen,

in der Tat sind die Mittel für die Begabtenförderwerke erhöht worden.
Das bedeutete für die Studienförderung der FES, dass wir mehr
Stipendiaten fördern können. Im Jahr 2008 wurden insgesamt rund 2.400
Studierende gefördert - eine noch nie erreichte Rekordzahl.

Und wir konnten - das ist uns aus bildungs- und
gesellschaftspolitischen Gründen besonders wichtig - das "Stipendfium
auf Probe" anbieten. Früher mussten Bewerber bereits an der Uni sein, um
sich bewerben zu können. Das hat gerade bei finanzschwachen oder
"bildungsfernen" Familien dazu geführt, dass  potenzielle Bewerber oft
gar nicht erst den Unistart versucht haben. Jetzt kann man sich sobald
man einen Uniplatz hat, also noch vor Studienaufnahme, bewerben - dies
Programm für Erstsemester ist ein erfolgreiches Instrument, um zu mehr
Chancengerechtigkeit im Zugang zur Hochschulbildung beizutragen.

Kurz: Wir sind den Parlamentariern und dem Ministerium dankbar, dass in
der Tat die Mittel erhöht wurden und wir mehr Studierenden eine Chance
bieten können, dank unserer Förderung ihr Studium erfolgreich zu
gestalten.

Das glaube ich gerne!

Die Parteien festigen ihren Zugriff auf die Studenten und sichern sich so deren Loyalität in den Studierendenparlamenten. Unter anderen Umständen würde man das Korruption oder wenigstens Lobbyismus nennen – in Form von Stiftungen sogar staatlich gefördert. Herangezüchtet wird eine kleine Elite aus 1 Prozent der Studenten, die vor allem gelernt hat, dass man sich nur den Parteien anbiedern muss, um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern. Leistung soll sich wieder lohnen! Deutschland braucht Eliten!

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Tags: Allgemein

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Brignola // Jun 7, 2009 at 11:21

    Ämterpatronage ( Lobbyismus )wird zu grossen schaden der Bevölkerung “insbesonderen von Kindern” nicht nur von der Opposition Betrieben.
    Ausserdem, was wir hier zu lesen bekommen riecht stark nach billige, irreführende schmutzige Propaganda.

  • 2 Nico // Jun 7, 2009 at 12:08

    Dir steht frei, etwas zum Thema beizutragen oder sogar zu beweisen, dass ich Unrecht habe. Dazu ist die Kommentarfunktion da. Du kannst die Zahlen nachprüfen, Du kannst ebenfalls Fragen an die Pressestellen der Stiftungen stellen. Solange Du dazu nicht in der Lage bist, hast Du auch nicht das Recht, mir vorzuwerfen, ich würde Propaganda betreiben – erst recht nicht in schlechtem Deutsch.

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