Die CDU beklagt, wie leistungsfeindlich doch das Auslosen von Plätzen an Berliner Gymnasien sei. Das ist reichlich unpassend für eine Partei, die dafür gesorgt hat, dass das deutsche Schulsystem nach den Erkenntnissen der OECD-Bildungsstudie elitär und sozial ungerecht ist und den Bedarf an Akademikern und Handwerkern bereits jetzt nicht decken kann. Die Einführung von Studiengebühren haben daran selbstverständlich nichts geändert, ebenso wenig die “Bildungsoffensive”.
Die Bildungspolitik der CDU bedeutet aussortieren, nicht fördern. Dass CSU- und CDU-geführte Länder in Vergleichstests besser dastehen, liegt vor allem daran, dass alle Schüler, die der Statistik schaden könnten, zurückgestuft wurden. Anstatt Selbstkritik zu üben und endlich das Ruder herumzureißen, wird an irgendwelchen Details herumgemäkelt. Die Bildungsdebatte verkommt zum ideologischen Schlachtfeld der Parteien. Die in Vergleichstudien führenden Länder lassen alle in Gesamtschulen unterrichten – die CDU lehnt Gesamtschulen als “Gleichmacherei” generell ab. SPD und Grüne hingegen sehen ihre Bildungspolitik durch das gute Abschneiden der Länder mit Gesamtschulsystem bestätigt – was völlig außer Acht lässt, dass auch die Gesamtschulen der Bundesländer z. B. bei der PISA-Studie schlecht abgeschnitten haben und kaum mit dem Aufbau und den Standards der finnischen Schulen vergleichbar sind.
Diese seit Jahrzehnten mit immer denselben Klischees und ideologischen Vorurteilen durchgeschlampte Bildungspolitik ist mitverantwortlich für die schlechte Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund und die hohe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, der der deutschen Wirtschaft und somit dem Fiskus riesigen Schaden verursacht. Sie verhindert sozialen Aufstieg und sorgt sogar im Gegenteil dafür, dass sich die Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht vererbt.
Wikipedia: Kritik am deutschen Schulwesen
Wikipedia: Die Benachteiligung im deutschen Bildungssystem und ihre Folgen


Esowatch-Blog


0 Antworten bis jetzt ↓
Hinterlasse ein Kommentar