SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier verliert scheinbar die Kontrolle über sich und verspricht den Bürgern, innerhalb von 10 Jahren 4 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. Nach fast 20 Jahren in der Politik fällt im auf ein mal ein, wie sich Vollbeschäftigung schaffen ließe. Doch keiner nimmt ihn ernst. Bewerkstelligen möchte Steinmeier dies vor allem durch eine Förderung der “Umwelttechnologien”.
Seinen Zukunftsentwurf des Jahres 2020 hat Steinmeier nach vielen Gesprächen mit Praktikern und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in den vergangenen Monaten erarbeitet.
Wenn er tatsächlich mit Praktikern und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gesprochen hätte, wäre er auch auf Dr. Klaus Renning gestoßen. Irgendwann. Wenigstens hätte Steinmeier vorher das Interview mit dem Experten für Umweltpolitik des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung lesen sollen. Darin sagt der nämlich:
Die Sekundärrnutzen von Umwelttechnologien wie etwa Innovationen und Arbeitsplätze werden in der öffentlichen Diskussion sehr hoch aufgehängt. Schaut man dann hinter die Zahlen, muss man nüchtern feststellen: Die erneuerbaren Energien haben im Jahr 2008 zwar knapp 280.000 Arbeitsplätze geschaffen, doch gleichzeitig haben sie auch Arbeitsplätze gekostet, denn die Arbeitsplätze im Bereich der konventionellen Energieerzeugung sind im gleichen Zeitraum entsprechend zurückgegangen. Der Nettoeffekt durch Umwelttechnologien muss zwar nicht gleich Null sein, aber er ist bescheiden.
Das wird in der öffentlichen Diskussion gerne verschwiegen. Realistisch gesehen muss man sagen: In erster Linie sollen Umwelttechnologien die Umwelt entlasten. Wenn dies ohne allzu große Einschränkungen möglich ist, ist schon viel gewonnen


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